Ein Weihnachtsgruß von uns!

Liebe Kundinnen und Kunden der Haushaltshilfe Kiel!

 

Eine ältere Dame ist sehr krank, kann nicht mehr aus dem Haus und ich kaufe im Rahmen der „Haushaltshilfe Kiel“ donnerstags für sie ein. Halb zehn stehe ich mit gewaschenem Hals vor ihrer Tür, klingele und gehe hinein in ihre Wohnung. Sie strahlt mich an vor Freude, gibt mir dann stets zwei Zettel, Einkaufstaschen und ein Portemonnaie mit abgezähltem Geld. „Vergessen Sie ja nicht, sich einen Kaffee zu gönnen!“ gibt sie mir stets mit auf den Weg.

 

 

 

Der eine Zettel gilt für Sky und der andere Zettel für die Wochenmarktstände auf dem Blücherplatz. Sky lassen wir mal außen vor und gehen gleich zum Wochenmarkt. Da ist der Schlachter Wiese, bei dem sie eine Scheibe Kochschinken, 80 gr. von dem und ein kleines Stück von dem anderen kaufen lässt. Ich grüße von der Dame, man fragt nach ihrem Befinden, ich gebe im Rahmen des Möglichen Auskunft und nehme Grüße wieder mit. Schlachter Wiese ist auch bei der Feuerwehr und wir haben uns schon angenehm über das Feuerwehr-Übungsgelände in Harrislee und mein Projekt „Thommes Cook Best Barbecue“ unterhalten. Demnächst kaufe ich mir gutes Fleisch für mein Showcooking bei ihm ein.

 

 

Dann kommt Uwe dran. Bei dem gibt es Brot und stets zwei Stücke Quarkkuchen. Beim Griechen läuft mir ständig das Wasser im Mund zusammen und ich könnte kaufen wie bekloppt… Am Ende ist dann die Öko-Abteilung dran. Vier Öko-Möhren, die wirklich öko sind. Krumm und schief sehen die aus. Dann noch mehlig kochende Kartoffeln. Bitte Bio. Bitte sehr. Und vier kleine Äpfel. Wird gemacht. Und bei Frau Ruth bitte 6 Eier mitbringen. Öko, natürlich, und klein und rund sollen sie sein, damit sie in ihren Eierkocher passen. Mittlerweile haben wir herausgefunden, dass auch die dicken Eier von meinem Bauern hier in Dänisch-Nienhof in ihren Eierkocher passen.

 

 

Und nun kommt der Clou dieser Geschichte: Ich renne über den Blücherplatz und bestelle meine Ware in Plattdeutsch. Jo, dat mok ik! Und das, obwohl das gar nicht meine Muttersprache ist. Ich liebe Plattdeutsch und bin einfach mal davon ausgegangen, dass Bauern auf dem Blücher Platt schnacken. Datt mokt dei ok! Und sie freuen sich, dass da endlich mal einer Platt schnackt. Um mich herum sind immer amüsiert dreinblickende Leute, die das toll finden und sich so manches Mal in unser Gespräch einbringen. Dann muss ich immer grinsen wie ein Honigkuchenpferd und gehe lächelnd zum nächsten Stand und freue mich wie ein Schneider über das soeben geführte Gespräch. Das wiederum führt dazu, dass mich mir unbekannte Menschen ebenfalls freundlich ansehen, ja, mich sogar anlächeln und ich lächele gerne zurück.

 

 

Am Ende meines Einkaufstörns komme ich lächelnd zu meiner alten Dame und erzähle ihr von meinen plattdeutschen Erlebnissen. „Watt“, sächt se bin ersten Mol, „ji kunnt platt schnacken?“ und wir haben uns an diesem Tag nur platt unterhalten. Meine alte Dame, sie ist seit einigen Jahren Witwe, ist glücklich, dass sie uns hat. Am vergangenen Donnerstag wünschte sie mir Frohe Weihnachten und fragte beim Abschied: „Darf ich sie mal drücken?“ Sie durfte.

 

 

Ich wünsche Ihnen auch Menschen, die Sie drücken können möchten. Und wenn Sie niemand dazu bittet, dann bieten Sie ihm eine Umarmung an. Ich freue mich auch über jede Umarmung. In diesem Sinne umarme ich Sie in freundlicher Gesinnung und wünsche Ihnen und den Ihren ein frohes und besinnlichesWeihnachtsfest!

 

Ihr

Thomas Koch

und das Team der Haushaltshilfe Kiel